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Kinderhaus wird desinfiziert

27.01.2016

Mundschutz und richtige Mischung

Das Kinderhaus Kunterbunt in Oberbränd wird desinfiziert.

  1. Ohne Schutzausrüstung geht nichts: Am Freitag haben Reinigungskräfte das Kinderhaus Kunterbunt desinfiziert. Foto: privat

EISENBACH. Sie tragen Overalls, Handschuhe, Mund- und Augenschutz: Am Freitag haben Mitarbeiter der Gemeinde Eisenbach gemeinsam mit Angestellten der Büche Gebäudemanagement GmbH aus Titisee-Neustadt das Kinderhaus Kunterbunt in Oberbränd gereinigt. Die Einrichtung musste geschlossen werden, weil rund 40 der 76 Kinder mit dem Norovirus infiziert sind (die BZ berichtete). Für die Putzkolonne hieß es nun, jeden Legostein zu desinfizieren. Für Firmenchef Rainer Büche sind solche Einsätze Routine.

In einem Jahr laufen rund zehn solcher Aufträge bei Büche auf. Dabei handelt es sich nicht immer um die Komplettreinigung eines Objekts, "sondern es geht manchmal auch nur um einen einzelnen Raum, wie ein Klassenzimmer zum Beispiel". Doch egal ob ganze Gebäude oder einzelne Zimmer, der geprüfte Desinfektor weiß, was zu tun ist: "An erster Stelle steht der Schutz der Mitarbeiter. Was bringt uns eine erfolgreiche Reinigung, wenn danach unsere Belegschaft krank ist?" Um Erreger wie den Norovirus nicht mit nach Hause zu schleppen, tragen die Angestellten bei den Putzaktionen Overalls, dazu natürlich Handschuhe und Mundschutz. Die Plastikbrillen allerdings sollen nicht vor Keimen und Viren schützen, sondern Sicherheit beim Umgang mit dem Desinfektionsmittel geben. Ohne diese Mittel würde die Putzaktion keinen Sinn machen.

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Welches Mittel Rainer Büche wann einsetzen muss, verrät ihm eine von der Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie erstellte Liste – denn die Erreger sind alle unterschiedlich. "Der Norovirus zum Beispiel ist nicht von einer Membranhülle umgeben und dadurch sehr hartnäckig. Es braucht also ein besonders leistungsstarkes Desinfektionsmittel", erklärt er. Und das gibt es nur im Spezialhandel, die frei verfügbaren Mittel kämen da an ihre Grenzen – oder müssten in rauen Mengen eingesetzt werden. Und das könnte sich wiederum negativ auswirken. Wird zu viel Desinfektionsmittel benutzt oder die falsche Konzentration gebraucht, können Oberflächen von Tischen, Stühlen, Regalen und Bodenbelägen beschädigt werden. "Deshalb gilt bei der Desinfektion: Viel hilft nicht immer viel", sagt Rainer Büche. Nicht zuletzt kann eine Überdosierung schädlich für die Nutzer der Einrichtung sein.

Mit der richtigen Mischung wurde am Freitag im Kinderhaus Kunterbunt dem Norovirus zu Leibe gerückt. Neben den Sanitäranlagen und sämtlichen Oberflächen musste auch das Spielzeug der Oberbränder Kinder desinfiziert werden – das gilt auch für Bauklötze und Legosteine. "Diese Sachen tauchen wir in die Desinfektionslösung ein", erklärt Rainer Büche. Kuscheltiere können entweder gewaschen oder mit der Desinfektionslösung besprüht werden. Gesprüht wird auch dort, wo man mit Lappen nicht hinkommt, beispielsweise in Lüftungsschlitze. Doch auch dieser Methode sind Grenzen gesetzt: "Ein CD-Spieler ist nach der Prozedur zwar frei von Keimen, aber er ist dann auch nicht mehr brauchbar", sagt Rainer Büche und lacht. Er will mit diesem Beispiel auf etwas aufmerksam machen: Man kann den Norovirus durch eine solche Putzaktion gut eindämmen, ganz vernichten aber lässt er sich nicht.
 

Info: Das Kinderhaus Kunterbunt ist noch bis einschließlich Montag, 14. Dezember, geschlossen.